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3D-Spannungsfeldmodellierung zum Untergrund der deutschen Nordsee und angrenzender Gebiete

Auftraggeber
Veröffentlicht
06.08.2026
Angebotsfrist
07.09.2026
Eine Grundlage für die Abschätzung des mechanischen, thermischen und hydraulischen Zustandes des tieferen Untergrundes (z. B bei der Untersuchung von Speicherstrukturen für CO2) bilden numerische 3D-Simulationen zur Lithosphärenbeschaffenheit. Auf Basis dieser Simulationen kann der Spannungszustand im Untergrund der deutschen Nordsee abgeleitet werden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können verwendet werden, um das Reaktivierungspotenzial von Brüchen oder deren Neubildung durch Injektion von CO₂ in der deutschen Nordsee abzuschätzen und somit die Bildung möglicher Leckagepfade besser bestimmen zu können. Dies ist im Kontext des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes (KSpTG) von hoher Relevanz. Die Ergebnisse solcher Simulationen dienen auch zur Prognose des vorliegenden Druckzustandes im Untergrund und der Definition entsprechender Injektionsstrategien für CO2. Dabei sollten vor allem die Spannungs- und Druckverhältnisse der obersten Kilometer der Oberkruste mit einer hohen Genauigkeit quantifiziert werden. Jedoch sollten auch für die tiefer liegenden krustalen und oberen Mantelbereiche konsistente Modellannahmen getroffen werden und in die Simulationen miteinfließen, da sich Verformungen in diesen Bereichen auch direkt auf oberflächennahe Bereiche auswirken können. Somit ist für die Spannungsfeldmodellierung die gesamte Lithosphäre (und ggf. obere Asthenosphäre) in der Modellerstellung zu berücksichtigen. Die Durchführung der für den beschriebenen Zweck zu erstellenden 3D-Simulationen (poro-visko-elasto-plastische Modelle als dynamische THM-Simulationen) und die Interpretation ihrer Ergebnisse erfordern eine jahrelange Erfahrung in der Erstellung und im Umgang mit großräumigen gekoppelten thermo-hydro-mechanischen Fragestellungen zum Untergrund sowie Expertise in der geodynamischen Modellierung der gesamten Lithosphäre, ihres Verformungsverhaltens und der Unsicherheiten von Daten und Methodik. Um die Ergebnisse möglichst zeitnah für zukünftige Bewertungen von Aufsuchungen von möglichen Speichern nach dem KSpTG im Untergrund des Festlandsockels und der AWZ der deutschen Nordsee nutzen zu können, ist die Vergabe an bereits vollumfänglich qualifizierte Arbeitsgruppen/Firmen sinnvoll. Für die Durchführung komplexer, zeitlich sehr umfangreicher und rechenintensiver numerischer 3D-Simulationen, soll daher ein externer Auftrag vergeben werden. Dabei ist für die Durchführung und Auswertung der numerischen Simulationen ein Zeitraum von ca. 2 Jahren vorgesehen, mit einer halbjährigen Vorlaufzeit, um sowohl Abstimmungsgespräche zwischen Auftraggeber (AG; BGR) und Auftragnehmer (AN) führen zu können als auch das vom AN zu verwendende Strukturmodell als Teil des Eingangsmodelles für die Simulationen - vom AG vorzubereiten.

Zeitplan

Veröffentlichung
06.08.26
Fragenfrist
07.09.26
Abgabefrist
07.09.26

Ausschreibung

Reichweite
EU-weit
Vergabeart
de-open
Erfüllungsort
Bonn, Deutschland
E-Mail
ticket@bescha.bund.de
Telefon
0228 99 610 1234

Eignungs- & Bewertungskriterien

Eignungskriterien

  • 1. Eigenerklärung zu den Ausschlussgründen Der den Vergabeunterlagen beigefügte Vordruck "Eigenerklärung zu den Ausschlussgründen" ist zu unterschreiben und dem Angebot beizufügen. Bei Bietergemeinschaften, ist diese Erklärung von jedem Mitglied der Bietergemeinschaft abzugeben. 2. Nachweis der Personalqualifikation Der Bieter hat anzugeben, welche Fachkräfte im Zusammenhang mit der Leistungserbringung eingesetzt werden sollen, unabhängig davon, ob diese dem Unternehmen angehören oder nicht. Das zum Einsatz vorgesehene Team muss zusammen über die nachfolgend aufgeführten Qualifikationen und Erfahrungen verfügen

    • - Mindestens 3-jährige Erfahrung in der numerischen Modellierung von großräumigen geodynamischen Prozessen in der Lithosphäre,
    • - Erfolgreich durchgeführte und wissenschaftlich fundierte numerische Modellierung mechanisch-thermisch-hydraulischer Prozesse in der Lithosphäre unter Berücksichtigung vom poro-visko-elasto-plastischem Deformationsverhalten der Gesteine im Untergrund (mit Angabe von Veröffentlichungen und/oder durchgeführten Projektarbeiten),
    • - Nachweis darüber, dass ein ähnliches Modell vom Umfang, Methodik und Fragestellung bereits für ein anderes, vergleichbares Gebiet erstellt wurde (mit Angabe von Veröffentlichungen und/oder durchgeführten Projektarbeiten),
    • - Verwendung eines numerischen Simulationsprogrammes, welches in mindestens eines der bereits durchgeführten Projekte mit vergleichbarem Umfang und Thematik verwendet wurde.
    • Der Bieter muss die jeweilige Qualifikation bei Angebotsabgabe durch aussagefähige Unterlagen für die vom Bieter zum Einsatz vorgesehenen Fachkraft bzw. Fachkräfte nachweisen. Aus diesen Nachweisen muss ersichtlich sein, inwieweit die benannten Personen den geforderten Qualifikationen und Anforderungen gerecht werden. Es sind insbesondere auch detaillierte Angaben zu den von der Fachkraft bisher durchgeführten einschlägigen Projekten inkl. Nennung des Auftraggebers, eine kurze Beschreibung des Projektgegenstands und den Zeitrahmen aufzuführen.

Zuschlagskriterien

  • Preis

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