Kartierung der Zönose aculeater Hymenopteren in ausgewählten Gebieten in Sachsen-Anhalt vor dem Hintergrund der Ausbreitung der Asiatischen Hornisse Vespa velutina nigrithorax (gesamt: 2 Lose)
1 Ziel der Leistung
Seit dem Erstnachweis der Asiatischen Hornisse Vespa velutina nigrithorax LEPELETIER, 1836 in Süd-frankreich im Jahr 2004 breitet sich diese invasive Art kontinuierlich in Europa aus. Es kann von einer po-tentiellen Ausbreitung nördlich bis nach Südskandinavien ausgegangen werden (ROME et al. 2011, VIL-LEMANT et al. 2011). Der erste Nachweis von V. velutina in Deutschland erfolgte im Jahr 2014 in Rheinland-Pfalz (WITT 2015). In ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet tritt die Art als bedeutender Prädator von Ho-nigbienen auf, jedoch auch andere Hymenopteren und Dipteren werden erbeutet (ROME et al. 2011). Ent-sprechend stellt die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse eine mögliche Gefahr für die heimische Insek-tenbiodiversität durch direkte (Prädation) und indirekte Effekte (Konkurrenz) dar, woraus potentiell negative Auswirkungen auf die Bestäubung von Blütenpflanzen folgen (MONCEAU & THIERY 2016).
Ziel der Kartierung ist die Prüfung der Ankunft von V. velutina den entsprechenden Gebieten Sachsen-Anhalts und die Aufnahme deren aktueller Begleitfauna. Diese beinhaltet hier die in den Untersuchungsge-bieten vorkommenden Arten aller Familien aculeater Hymenopteren (exklusive Ameisen). Im Falle eines negativen Befundes hinsichtlich der Präsenz der Asiatischen Hornisse können die erhobenen Daten als Re-ferenz vor Ankunft der invasiven Hornisse angesehen und mit zukünftigen Daten nach Ankunft verglichen werden.
Damit werden die naturschutzfachlichen Grundlagen für die Erstellung des nationalen Berichtes des Landes Sachsen-Anhalt an die Bundesrepublik Deutschland und folgend dieser in Erfüllung der Berichtspflichten der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 zum Umgang mit invasiven gebietsfremden Arten an die Europäische Uni-on gelegt.
2.1 Untersuchungsgebiete und Untersuchungsmethoden
Die Kartierung erfolgt in ausgewählten Gebieten in Sachsen-Anhalts. Hierfür werden insbesondere xe-rotherm beeinflusste Offenlandbiotope als Untersuchungsflächen ausgewählt, welche eine besondere Be-deutung als Habitat für die zu untersuchenden Artengruppen besitzen.
Es werden gezielte Sichtfänge an den entsprechenden Nahrungs- und Nistrequisiten an 5 Begehungen pro Untersuchungsgebiet (ca. 8 Stunden) im Jahr 2024 durchgeführt. Die Begehungsdaten sind so zu wählen, dass sie den Zeitraum der Hauptflugzeiten der zu kartierenden Artengruppe sinnvoll abdecken.
Die Gesamtleistung wird in zwei Losen ausgeschrieben:
Los 1: Erfassungen FFH-Gebiete Trockenrasenhänge nördlich des Süßen Sees (FFH0112LSA)
Los 2: Erfassungen Olbe- und Bebertal südlich Haldensleben (FFH0048LSA)
Die konkreten Untersuchungsgebiete sind der nachfolgenden Darstellung zu entnehmen.
Weitere Anforderungen sind den Anlagen "Leistungsbeschreibung" und "Eignungskriterien" zu entnehmen.