Die derzeitige medizinische Ausbildung am Schiffsmedizinischen Institut der Marine in Kronshagen entspricht nicht mehr den aktuellen und zukünftigen Anforderungen und muss durch einen Simulator Schiffslazarett am zukünftigen Standort des Schifffahrtmedizinischen Institut der Marine am Bundeswehrkrankenhaus (BwKrhs) in Hamburg ersetzt werden.
Der Auftragnehmer muss den Simulator Schiffslazarett erstellen, liefern und in die vorgesehenen Räumlichkeiten des Multifunktionsgebäudes am BwKrhs in Hamburg integrieren sowie in Betrieb nehmen. Dabei sind die infrastrukturellen Vorgaben des Gebäudes und festgelegten Übergabepunkte zu berücksichtigen.
Dieser Simulator muss es ermöglichen, das Sanitätspersonal des Marinesanitätsdienstes realitätsnah aus- und fortzubilden. Die Ausstattung der einzelnen Räume und Funktionsbereiche des Simulators Schiffslazarett müssen unter Berücksichtigung infrastruktureller Rahmenbedingungen grundsätzlich den Verhältnissen an Bord einer Fregatte F125 bzw. einer Korvette K130 (Sanitätsgefechtsstation) entsprechen. Die Chirurgen, Anästhesisten und Anästhesiepfleger der Bordfacharztgruppen sollen im Simulator Schiffslazarett nahezu identische Rahmenbedingungen wie an Bord einer Fregatte vorfinden.
Der Simulator Schiffslazarett wird über die Einsatzausbildung hinaus auch für die Dienstpostenausbildung, wie beispielsweise die Einweisung und Ausbildung einschließlich der Zertifizierung des Fachpersonals aus dem zentralen Sanitätsdienst, und für das Teamtraining (CRM und notfallmedizinisches Training) genutzt werden.
Der Simulator Schiffslazarett muss dem Erhalt, der Anpassung und Optimierung einer einsatznahen Aus- und Fortbildung sowie der Wahrnehmung folgender Aufgaben dienen:
- der Sicherstellung des Betriebes von Sanitätseinrichtungen auf den schwimmenden Plattformen der Marine,
- der Durchführung des Sanitätsgefechtsdienstes,
- dem Kompetenzerhalt des Sanitätspersonals
- der Einweisung des Sanitätspersonals in die Nutzung der Medizingeräte einschließlich der notwendigen Maßnahmen für die Wartung und Pflege unter realistischen Bedingungen,
- der Zertifizierung der an Bord eingesetzten Bordfacharzt- und Bordzahnarztgruppen und
- der Durchführung notfallmedizinischer Teamausbildung und Crew Ressource Management (CRM).
Durch den Einbau einer Bordsprechanlage soll der Dialog und die Dokumentation des Gefechtsverlaufs wie an Bord erfolgen. Hierzu ist es erforderlich, dass neben einer Schiffslautsprecheranlage (SLA) auch das Kommunikationssystem für den Schadensabwehrgefechtsdienst (SAGD) einschließlich Lagebilddarstellung abgebildet wird. Weiterhin ist eine Telefonanlage erforderlich, die die bordinterne Kommunikation außerhalb des Gefechtsdienstes (SAGD) ermöglicht.
Der Simulator Schiffslazarett muss für die Einbindung in das medizinisches IT-Netz vorbereitet werden. Das medizinische IT-Netz ist notwendig für den gesetzeskonformen Betrieb einer Sanitätseinrichtung an Bord mit der Nutzung entsprechender Services an den Arbeitsplätzen und der Vernetzung aller vernetzbaren Medizinprodukte.
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