Frist abgelaufen

Untersuchungen zur Erfolgskontrolle von festen Prädationsschutzzäunen anhand des Bruterfolgs von Wiesenvögeln im Bereich Katinger Watt Eiderdammflächen, Beltringharder Koog und Dithmarscher Speicherkoog

Seit einigen Jahrzehnten weisen Wiesenvogelbestände abnehmende Trends auf. Hauptursache für den Rückgang der Bestände sind grundsätzlich die umfassenden Landschaftsveränderungen im Zuge der Intensivierung der Landnutzung. Als wesentlicher demografischer Faktor wurden niedrige, nicht bestandserhaltende Reproduktionsraten identifiziert. Ursache dafür sind insbesondere zunehmende Verluste von Eiern und Küken durch Bodenprädatoren. Daher werden bereits seit längerem mobile aber auch feste Elektro-Zäune als Managementmaßnahme eingesetzt, um den Schlupferfolg von Bodenbrütern wie z. B. Kiebitzen, Brachvögeln und Uferschnepfen zu erhöhen. In den letzten drei Jahren (2021 bis 2023) wurden in drei verschiedenen Gebieten – Beltringharder Koog, Katinger Watt, Dithmarscher Speicherkoog-Nord – auf landeseigenen Flächen feste Prädationsschutzzäune errichtet. Ziel dieser Maßnahmen ist es, in den Gebieten, die aufgrund der dort vorkommenden national bedeutenden Brutvogelbestände als EU-Vogelschutzgebiete ausgewiesen sind, den Bruterfolg der Arten durch Reduktion der Prädation zu erhöhen. Auch wenn der grundsätzliche Nutzen von Prädationsschutzzäunen zum Schutz vor Bodenprädatoren vielfach dokumentiert und insbesondere ein positiver Effekt auf den Schlupferfolg von Wiesenvögeln belegt ist, sind bisher Untersuchungen zum Bruterfolg aufgrund des deutlich höheren Aufwands der Untersuchungen überwiegend ausgeblieben. In Zusammenhang gerade mit festen Prädationsschutzzäunen wird jedoch häufig angeführt, dass diese lediglich die bodengebundene Prädation durch größere Beutegreifer wie Fuchs und Marderhund unterbinden, eine Prädation durch kleinere Arten wie Steinmarder, Hermelin oder Wanderratten sowie die Prädation aus der Luft durch Möwen oder Greifvögel jedoch nicht verhindert wird, so dass sich durch einen Zaun eine Verschiebung der Hauptprädatoren einstellen könnte. Dies könnte mittel- bis langfristig die anfänglichen positiven Effekte von festen Prädationsschutzzäunen auf den Schlupf- und Bruterfolg reduzieren. Ein weiterer Einflussfaktor, der sich auf den Bruterfolg der Arten auswirken könnte, ist die Nahrungsverfügbarkeit der innerhalb der Prädationsschutzzäune gelegenen Flächen. Hierbei ist zum einen relevant, ob die eingezäunten Flächen groß genug sind, so dass die Küken innerhalb der eingezäunten Bereiche ausreichend Nahrung (hauptsächlich Insekten) finden können. Dabei ist auch die Habitatqualität bzw. die Insektenverfügbarkeit von entscheidender Bedeutung. Bieten die eingezäunten Bereiche keine ausreichende Nahrungsverfügbarkeit, müssen die Küken von den Elterntieren ggf. aus dem Zaun geführt werden, wobei die Passierbarkeit des Zauns Relevanz entfaltet. Zum anderen ist davon auszugehen, dass sich durch Verlassen des Zauns die Prädationswahrscheinlichkeit für die Küken erhöht. Eine reduzierte Nahrungsverfügbarkeit kann zudem dazu führen, dass Elterntiere mehr Zeit für die Nahrungssuche aufwenden müssen und Küken mehr Zeit benötigen, um flügge zu werden und sich somit das Risiko der Prädation insgesamt erhöht. Um beurteilen zu können, ob feste Prädationsschutzzäune angesichts der relativ hohen Errichtungs- und Instandhaltungskosten eine geeignete Maßnahme darstellen, um den internationalen Verpflichtungen zur Erhaltung der Populationen der Wiesenvögel nachzukommen, sind daher entsprechende Erfolgskontrollen erforderlich. Im Rahmen des hier ausgeschriebenen Projektes soll in den drei verschiedenen Projektgebieten untersucht werden, welchen Effekt der installierte feste Prädationsschutzzaun auf den Schlupf- sowie auf den Bruterfolg von Kiebitz und Uferschnepfe hat. Hierbei sollen zusätzlich die Nahrungsverfügbarkeit für Küken (Insekten) sowie die Dauer bis zum flügge werden untersucht werden.
4 Lose

Zeitplan

Veröffentlichung
19.02.24
Fragenfrist
15.03.24
Abgabefrist
22.03.24
Öffnung
25.03.24

Ausschreibung

Reichweite
EU-weit
Vergabeart
Offenes Verfahren
Erfüllungsort
Kiel, Deutschland
Vertragslaufzeit
3 Tage
KMU geeignet
Ja
E-Mail
internetredaktion@mekun.landsh.de
Telefon
+49431-988-0
Website
https://www.schleswig-holstein.de

Eignungs- & Bewertungskriterien

Eignungskriterien

    • Bietergemeinschaften sind zugelassen. Die in der Angebotsaufforderung genannten
    • Nachweise sind auch für alle Parteien einer Bietergemeinschaft mit dem Angebot vorzulegen. Alle Partner einer Bietergemeinschaft müssen das Angebot mit den dazugehörigen Vergabeunterlagen unterzeichnet einreichen sowie einen Konsortialführer benennen.
  • 8. Eigenerklärung, dass eine Eintragung im Berufs- oder Handelsregister oder ein anderer, ver-gleichbarer Nachweis für die erlaubte Berufsausübung vorliegt gem. § 44 Abs. 1 VgV.

    • 9. Eigenerklärung über den Nachweis einer entsprechend bestehenden Betriebshaftpflichtversicherung oder dass diese im Falle eines Vertragsabschlusses entsprechend abgeschlossen wird (gem. § 45 Abs. 1 Nr. 3 VgV).
    • ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    • 10. Erklärung über den Gesamtumsatz des Unternehmens sowie den Umsatz bezüglich der
    • Leistungsart die Gegenstand der Vergabe ist, getrennt nach den letzten drei Jahren (2021 - 2023).
  • 11. Eigenerklärung, ob im Falle eines Auftrages der Auftragnehmer Unteraufträge zu vergeben beabsichtigt. Hinweis

    • Im Fall der Inanspruchnahme von Unterauftragnehmern behält sich die GMSH vor, vor Zuschlagserteilung die entsprechende Verpflichtungserklärung und entsprechende Eignungsnachweise von den Nachunternehmern nachzufordern. Diese sind dann fristbewehrt der GMSH zu übersenden.
    • ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    • 12. Eigenerklärung (Formblatt) über mindestens 3 Referenzen maximal 6 Referenzen der im Wesentlichen in den letzten 3 Jahren (2021 - 2023) erbrachten vergleichbaren Leistungen in der Brutvogelerfassung, dem Schlupferfolgsmonitoring sowie der qualitativen Bewertung des Bruterfolgs und für Los 2 in der Telemetrie von Brutvögeln unter Angabe von Leistungsumfang, Dauer des Vertrages, Öffentlicher Auftraggeber sowie der Auftragssumme mit Ansprechpartner, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.
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    • 13. Eigenerklärung mit Nachweis über abgeschlossene Hochschul- oder vergleichbare Fachhochschulausbildung mit ornithologischem bzw. entomologischem Schwerpunkt.
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    • 14. Eigenerklärung und qualitativer Nachweis ornithologischer Artenkenntnis.
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    • 15. Nachweis über praktische, mehrjährige Erfahrungen (mindestens 3 Jahre) in der Brutvogelerfassung, dem Schlupferfolgsmonitoring sowie der qualitativen Bewertung des Bruterfolgs der die Untersuchungen durchführenden Personen.
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    • 16. Nachweis über mehrjährige Erfahrungen in der Telemetrie von Brutvögeln (für Los 2).
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    • 17. Nachweis, dass spezielle Kenntnisse zur Erfassung von Insektengemeinschaften vorliegen.
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    • 18. Nachweis über Erfahrung in der Projektkoordination bzw. Projektbetreuung
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    • 19. Eigenerklärung, dass aufgrund des Umfangs der angeforderten Leistungen ausreichend qualifiziertes Personal vorhanden ist.

Zuschlagskriterien

  • Preis

    • Mit dem Angebot ist das ausgefüllte Preisblatt Los 4 Übergeordnete Projektkoordination (Formblatt) einzureichen.
    • Das Los 4 kann nur in Zusammenhang mit mindestens einem anderen Los vergeben werden.
  • Qualität des Konzeptes: Konzept zur Umsetzung des Bruterfolgsmonitorings gemäß Bewertungsmatrix und Leistungsbeschreibung.

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Vergabeunterlagen

Präsentation287 KB6 Seiten
Vertragsbedingungen124 KB12 Seiten
Vertragsentwurf56 KB24 Seiten
Kalkulation24 KB2 Tabellen
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