Der steigende Bedarf an qualifizierten Pflegefachpersonen führt zu einem steigenden Bedarf an qualifizierten Lehrpersonen. Hinzu kommt die zunehmende Zahl der in den Ruhestand gehenden Jahrgänge, die den Bedarf an qualifizierten Pflegefachpersonen und qualifizierten Lehrpersonen erhöht. Beides ist von hoher gesellschaftspolitischer Relevanz. Ein gutes Lehrpersonen-Auszubildenden-Verhältnis ist ein zentrales Element einer hochwertigen Ausbildung. Das in § 9 Absatz 2 PflBG als Mindestvorgabe genannte Verhältnis des hauptberuflichen Lehrpersonals von aktuell einer Vollzeitstelle auf 20 Ausbildungsplätze wird, so der 2. Bericht der Ausbildungsoffensive Pflege, in einigen Bundesländern sogar unterschritten. Der Mangel an Lehrpersonal in der Fachrichtung Pflege macht sich auch bereits heute an den Pflegeschulen bemerkbar. So zeigen Daten der ersten Erhebungswelle 2022/2024 aus dem BIBB-Pflegepanel, dass zwei Drittel der befragten Pflegeschulen (n=902) Unterstützungsbedarfe in der Akquise von Lehrpersonal sehen. Das genaue Ausmaß des Problems lässt sich jedoch aufgrund einer noch fehlenden verlässlichen bundesweiten Datengrundlage aktuell kaum bestimmen.
Vor diesem Hintergrund zielt der vorliegende Forschungsauftrag darauf ab, mit einem Mixed-Method Ansatz umfassende Erkenntnisse über die Lehrerausbildung, die berufliche Situation Lehrender der Fachrichtung Pflege, die infrastrukturelle und personelle Ausstattung der Pflegeschulen sowie den zukünftigen Bedarf an Lehrpersonal zu gewinnen. Aus diesen Erkenntnissen sollen politische, praktische und wissenschaftliche Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, die zu einer Verbesserung der Situation der Lehrenden und der Pflegeschulen sowie zu einem Ausbau der Studienplätze für Lehrende an Pflegeschulen beitragen und die Attraktivität des Pflegelehrberufs steigern.
Lose (1)
Interessiert an dieser Ausschreibung?
Melden Sie sich kostenlos an und erhalten Sie automatische Benachrichtigungen für ähnliche Ausschreibungen mit KI-gestützter Analyse.