Die Stadt Arnstein plant die Generalsanierung, Instandsetzung und Umbau des Baudenkmals Gasthaus „Schwarzer Adler“ in 97450 Arnstein – OT Büchold zum „Haus des Dialektes“.
Das Gasthaus-Gebäude, das bereits im 15. Jhd. seine erste Erwähnung fand, liegt zentral in der Ortsmitte an einer Kreuzung der Hauptverkehrsachsen von Büchold. In den 1950er Jahren wurde ein geräumiger Tanzsaal angebaut. Das Gebäude wird seit 1984 nicht mehr genutzt und steht weitgehend leer. Vor allem im EG ist noch die Ausstattung der ehemaligen Gastwirtschaft und Metzgerei vorhanden.
Auf das Haupthaus, einem 2-geschossigen Krüppelwalmdachbau, folgt etwas versetzt der frühere Stalltrakt des Anwesens. Der historische Anbau – teils massiv, teils aus Fachwerk – besticht durch sein Tonnengewölbe. Das Ensemble ist als Gasthof Adler ein Baudenkmal und in die bayerische Denkmalliste eingetragen unter der Nr. D-6-77-114-154.
In Unterfranken, wie in vielen anderen ländlichen Regionen Bayerns, ist der Dialekt sowie die Dorf und Kleinstadt prägende Lebensart stark im Wandel. Der Verein zur Bewahrung des unterfränkischen Dialektes e. V. hat sich mit dem Ziel gegründet, diesem rasanten Umbruch ein bewahrendes Element gegenüberzustellen.
Ein zentrales Anliegen des Vereins ist es, mittelfristig ein „Haus des Dialektes“ zu installieren. Angedacht ist ein Treffpunkt für Dialektinteressierte, Schulklassen, Touristen und Ausflügler aus nah und fern. Neben einigen Räumen mit klassischem Ausstellungsinterieur (Print, Audio, Film) soll das Haus mit Leben gefüllt werden. Angedacht sind hier: Mundartkonzerte, Dialekt-Kino, Lesungen und Führungen. Baurisches Kochen, die bildhafte Darstellung der Landwirtschaft in früherer Zeit und das auf den Dörfern übliche Handwerk wie Schmied, Wagner oder Büttner sollen gezeigt und in Bezug gebracht werden zur regionalen Mundart. „Das Haus des Dialektes“ soll ein lebendiger Treffpunkt für Freunde und Förderer der Unterfränkischen Mundart sein.
Bei der Generalsanierung, Instandsetzung und dem Umbau des Gasthofes ist ein zielgerechtes Konzept mit überwiegend kultureller und musealer Nutzung vorgesehen.
Das Sanierungs- und Erneuerungskonzept umfasst im Wesentlichen folgende bauliche Maßnahmen:
EG:
— Abbruch ehem. Tanzsaal und alter WC-Trakt,
— Teilabbruch Nebengebäude,
— barrierefreie Erschließung innerhalb des Denkmals,
— Restaurierung des Gebäudes mit Schwerpunkt auf Erhaltung der Bausubstanz und Interieurs,
— Neugestaltung Außenanlagen.
KG:
— Ausbau der alten Öltanks,
— Erneuerung des Bodenbelages durch Einbau von Steinplatten,
— Sanierung des Natursteingewölbes,
— Sicherung und Überarbeitung der vorhandenen Treppenanlagen.
OG:
— Restaurierung des Gebäudes mit Schwerpunkt auf Erhaltung der historischen Bausubstanz,
— barrierefreie Erschließung innerhalb des Obergeschosses,
— dezente Medientechnikinstallation.
Besondere Aufgaben dabei sind:
Erhalt der historischen Bausubstanz / Denkmalschutz / Brandschutz / Statik / Barrierefreiheit / Fluchtwegekonzept / Wirtschaftlichkeit / Nachhaltigkeit
Kennzahlen:
— NGF KG: ca. 60 m
— NGF EG: ca. 97 m
— NGF OG: ca. 116 m
— NGF NG: ca. 50 m
— Gesamt: ca. 323 m
Die Gesamtkosten werden mit ca. 2,85 Mio. EUR brutto für KG 200-700 nach DIN 276 geschätzt.
Das Vorhaben wird durch die Städtebauförderung mit öffentlichen Mitteln gefördert.
Terminvorschau:
— Start umgehend nach Abschluss VgV,
— Planungsphase 2020,
— Abgabe Bau- und Förderantrag Ende 2020 oder 2021,
— Bauausführung ab 2021/22,
— Gesamtfertigstellung geplant 2022/23.