Vergabe-Glossar
Alle wichtigen Begriffe aus dem Bereich öffentliche Vergabe und Ausschreibungen — verständlich erklärt. Von den rechtlichen Grundlagen bis zu den Verfahrensarten.
71 Begriffe in 13 Kategorien
Auftragsprinzipien
4 BegriffeAuftragsvolumen
Das Auftragsvolumen (Auftragswert) ist der geschätzte Gesamtwert eines öffentlichen Auftrags ohne Umsatzsteuer. Die korrekte Schätzung bestimmt den anwendbaren Rechtsrahmen und ist nach § 3 VgV streng geregelt. Eine Aufteilung zur Umgehung der Schwellenwerte ist verboten.
Mehr erfahrenNachhaltige Beschaffung
Nachhaltige Beschaffung (auch: grüne oder strategische Beschaffung) bezeichnet die Berücksichtigung ökologischer, sozialer und innovativer Kriterien bei der öffentlichen Auftragsvergabe. Die Rechtsgrundlage bilden § 97 Abs. 3 GWB und § 59 VgV (Lebenszykluskosten).
Mehr erfahrenBieterfragen
Bieterfragen sind Rückfragen, die Bieter während eines Vergabeverfahrens an den Auftraggeber richten, um Unklarheiten in den Vergabeunterlagen zu klären. Die Antworten werden anonymisiert allen Bietern zur Verfügung gestellt, um den Gleichbehandlungsgrundsatz zu wahren.
Mehr erfahrenLosaufteilung
Die Losaufteilung ist die Pflicht öffentlicher Auftraggeber, Aufträge in Fach- und Teillose aufzuteilen, um kleinen und mittleren Unternehmen die Teilnahme an öffentlichen Vergabeverfahren zu ermöglichen. Die Rechtsgrundlage bildet § 97 Abs. 4 GWB (Mittelstandsklausel).
Mehr erfahrenBeteiligte & Rollen
3 BegriffeAuftraggeber
Ein öffentlicher Auftraggeber ist eine staatliche oder staatsnahe Stelle, die nach dem Vergaberecht verpflichtet ist, Aufträge für Liefer-, Dienst- und Bauleistungen im Wettbewerb zu vergeben. Die verschiedenen Auftraggebertypen sind in § 98 GWB definiert.
Mehr erfahrenGeneralunternehmer
Ein Generalunternehmer (GU) übernimmt die Gesamtverantwortung für die Ausführung eines Auftrags und ist gegenüber dem Auftraggeber alleiniger Vertragspartner. Er koordiniert und steuert die eingesetzten Nachunternehmer und haftet für die vertragsgemäße Leistungserbringung.
Mehr erfahrenNachunternehmer
Ein Nachunternehmer (auch Subunternehmer) ist ein Unternehmen, das vom Hauptauftragnehmer mit der Ausführung von Teilen des öffentlichen Auftrags beauftragt wird. Der Nachunternehmer steht in keinem direkten Vertragsverhältnis zum Auftraggeber.
Mehr erfahrenDigitale Vergabe
3 BegriffeDigitale Angebotsabgabe
Die digitale Angebotsabgabe bezeichnet die elektronische Einreichung von Angeboten über eVergabe-Plattformen. Seit Oktober 2018 ist sie bei EU-weiten Vergabeverfahren verpflichtend, seit 2020 auch im Unterschwellenbereich weitgehend Standard.
Mehr erfahrenElektronische Signatur
Die elektronische Signatur ist eine digitale Methode zur Unterzeichnung von Dokumenten im Vergabeverfahren. Die eIDAS-Verordnung unterscheidet drei Stufen: einfache, fortgeschrittene und qualifizierte elektronische Signatur. Im Vergaberecht genügt meist die Textform.
Mehr erfahrenVergabeportal
Ein Vergabeportal ist eine Online-Plattform, auf der öffentliche Auftraggeber ihre Ausschreibungen veröffentlichen und Bieter Angebote elektronisch einreichen können. In Deutschland gibt es zahlreiche Vergabeportale auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.
Mehr erfahrenEignungsprüfung & Qualifikation
4 BegriffePräqualifizierung
Die Präqualifizierung (PQ) ist ein vorgelagertes Verfahren, bei dem Unternehmen ihre Eignung für öffentliche Aufträge vorab nachweisen und in einem amtlichen Verzeichnis registriert werden. Die Eintragung ersetzt im Vergabeverfahren die Einzelnachweise zur Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit.
Mehr erfahrenAVPQ
Das AVPQ (Amtliches Verzeichnis präqualifizierter Unternehmen) ist ein von den Industrie- und Handelskammern geführtes bundesweites Register, in dem Unternehmen ihre Eignung für öffentliche Liefer- und Dienstleistungsaufträge vorab nachweisen können.
Mehr erfahrenEignungsleihe
Die Eignungsleihe (§ 47 VgV) ermöglicht es Bietern, sich im Vergabeverfahren auf die Kapazitäten anderer Unternehmen zu berufen, um Eignungsanforderungen zu erfüllen, die sie allein nicht nachweisen können. Der eignungsleihende Dritte muss seine Kapazitäten tatsächlich zur Verfügung stellen.
Mehr erfahrenEinheitliche Europäische Eigenerklärung (EEE)
Die Einheitliche Europäische Eigenerklärung (EEE, englisch ESPD) ist ein standardisiertes EU-Formular, mit dem Bieter in Vergabeverfahren vorläufig ihre Eignung erklären können, ohne sofort sämtliche Nachweise vorlegen zu müssen. Nur der Bestbieter muss die vollständigen Nachweise einreichen.
Mehr erfahrenFristen & Termine
10 BegriffeAngebotsfrist
Die Angebotsfrist ist der Zeitraum, innerhalb dessen Bieter ihre Angebote bei der Vergabestelle einreichen müssen. Sie wird vom Auftraggeber festgelegt und richtet sich nach den Mindestfristen der VgV, UVgO oder VOB/A.
Mehr erfahrenAnforderungsfrist
Die Anforderungsfrist ist der Zeitraum, innerhalb dessen Unternehmen die Vergabeunterlagen beim Auftraggeber anfordern können. Durch die elektronische Vergabe und § 41 VgV hat sie in der Praxis stark an Bedeutung verloren.
Mehr erfahrenBewerbungsfrist
Die Bewerbungsfrist ist die Frist zur Einreichung von Teilnahmeanträgen (Bewerbungen) in zweistufigen Vergabeverfahren wie dem nicht offenen Verfahren oder dem Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb.
Mehr erfahrenBindefrist
Die Bindefrist (auch Zuschlagsfrist oder Angebotsbindefrist) ist der Zeitraum, in dem ein Bieter an sein abgegebenes Angebot gebunden ist und es nicht mehr zurückziehen oder ändern darf. Sie wird vom Auftraggeber in den Vergabeunterlagen festgelegt.
Mehr erfahrenEinspruchsfrist
Die Einspruchsfrist im Vergaberecht bezeichnet die Frist, innerhalb derer Bieter Vergabeverstöße rügen und ein Nachprüfungsverfahren vor der Vergabekammer einleiten müssen. Die zentrale Regelung findet sich in § 160 Abs. 3 GWB mit der 15-Tage-Frist.
Mehr erfahrenLieferfrist
Die Lieferfrist ist der vertraglich vereinbarte Zeitraum, innerhalb dessen der Auftragnehmer die beauftragte Leistung erbringen oder die bestellte Ware liefern muss. Sie ist Bestandteil des Leistungsverzeichnisses und kann als Zuschlagskriterium herangezogen werden.
Mehr erfahrenStillhaltefrist
Die Stillhaltefrist (auch Wartefrist oder Informationsfrist) ist die gesetzliche Frist nach § 134 GWB, die der öffentliche Auftraggeber zwischen der Information der unterlegenen Bieter und der Zuschlagserteilung einhalten muss. Sie beträgt 15 Kalendertage (10 bei elektronischer Übermittlung).
Mehr erfahrenTeilnahmefrist
Die Teilnahmefrist ist die Frist, innerhalb derer Unternehmen ihren Teilnahmeantrag in einem zweistufigen Vergabeverfahren einreichen müssen. Sie ist inhaltlich identisch mit der Bewerbungsfrist und wird vor allem im Kontext der VgV und VOB/A-EU verwendet.
Mehr erfahrenZuschlagsfrist
Die Zuschlagsfrist ist der Zeitraum, innerhalb dessen der öffentliche Auftraggeber den Zuschlag auf ein Angebot erteilen muss. Sie entspricht in der Regel der Bindefrist und ist in den Vergabeunterlagen festgelegt.
Mehr erfahrenSubmission
Die Submission (Angebotseröffnung, Eröffnungstermin) ist der formelle Akt, bei dem die eingegangenen Angebote nach Ablauf der Angebotsfrist geöffnet und verlesen werden. Sie gewährleistet die Transparenz und Gleichbehandlung aller Bieter im Vergabeverfahren.
Mehr erfahrenKlassifizierung & Codes
1 BegriffeRechtsschutz
3 BegriffeNachprüfungsverfahren
Das Nachprüfungsverfahren ist das zentrale Rechtsschutzinstrument im Vergaberecht oberhalb der EU-Schwellenwerte. Es ermöglicht Bietern, vergaberechtliche Verstöße des öffentlichen Auftraggebers vor der Vergabekammer überprüfen zu lassen.
Mehr erfahrenVergabekammer
Die Vergabekammer ist die unabhängige Spruchkörperschaft, die im Nachprüfungsverfahren über vergaberechtliche Streitigkeiten oberhalb der EU-Schwellenwerte entscheidet. Sie ist die erste Instanz des vergaberechtlichen Rechtsschutzes.
Mehr erfahrenRechtsmittelverfahren
Das Rechtsmittelverfahren im Vergaberecht umfasst die Möglichkeiten von Bietern, gegen Vergabeentscheidungen vorzugehen. Es gliedert sich in das Nachprüfungsverfahren vor der Vergabekammer (erste Instanz), die sofortige Beschwerde beim OLG-Vergabesenat (zweite Instanz) und gegebenenfalls die Verfassungsbeschwerde.
Mehr erfahrenVergabedokumente
12 BegriffeEVB-IT
Die EVB-IT (Ergänzende Vertragsbedingungen für die Beschaffung von IT-Leistungen) sind standardisierte Vertragsmuster für die öffentliche IT-Beschaffung in Deutschland. Sie sind für Bundesbehörden verpflichtend und werden von den meisten Ländern und Kommunen übernommen.
Mehr erfahrenAuftragsbekanntmachung
Die Auftragsbekanntmachung ist die offizielle Veröffentlichung eines öffentlichen Auftrags, mit der potenzielle Bieter über ein Vergabeverfahren informiert werden. Sie enthält alle wesentlichen Angaben zur Leistung, zu den Eignungsanforderungen und zum Verfahrensablauf.
Mehr erfahrenEx-ante-Transparenzbekanntmachung
Die Ex-ante-Transparenzbekanntmachung ist eine freiwillige Veröffentlichung, die ein öffentlicher Auftraggeber vor einer beabsichtigten Direktvergabe (ohne Ausschreibung) im EU-Amtsblatt vornehmen kann, um sich gegen eine spätere Unwirksamkeit des Vertrags abzusichern.
Mehr erfahrenEx-post-Bekanntmachung
Die Ex-post-Bekanntmachung (Vergabebekanntmachung) ist die verpflichtende Veröffentlichung nach Erteilung des Zuschlags in einem EU-weiten Vergabeverfahren. Sie informiert über das Ergebnis der Ausschreibung, den Auftragnehmer und den Auftragswert.
Mehr erfahrenLeistungsverzeichnis
Das Leistungsverzeichnis (LV) ist die detaillierte, positionsweise Beschreibung aller zu erbringenden Leistungen in einer Ausschreibung. Es bildet die Grundlage für die Angebotskalkulation und ist Teil der Vergabeunterlagen.
Mehr erfahrenVergabeunterlagen
Vergabeunterlagen sind die Gesamtheit aller Dokumente, die der öffentliche Auftraggeber den Bietern zur Verfügung stellt, damit diese ein vollständiges Angebot erstellen können. Sie umfassen Bewerbungsbedingungen, Leistungsbeschreibung, Vertragsbedingungen und Formblätter.
Mehr erfahrenVorabinformation
Die Vorabinformation nach § 134 GWB ist die verpflichtende Mitteilung an unterlegene Bieter vor Erteilung des Zuschlags in EU-weiten Vergabeverfahren. Sie löst eine Wartefrist von 15 Kalendertagen aus, in der Bieter ein Nachprüfungsverfahren einleiten können.
Mehr erfahrenVorinformation
Die Vorinformation (§ 38 VgV) ist eine freiwillige Vorankündigung geplanter Beschaffungen, die öffentliche Auftraggeber vor der eigentlichen Auftragsbekanntmachung veröffentlichen können. Sie dient der frühzeitigen Marktinformation und ermöglicht eine Verkürzung der Angebotsfristen.
Mehr erfahreneForms
eForms sind die seit Oktober 2023 verbindlichen, standardisierten elektronischen Formulare der EU für Vergabebekanntmachungen. Sie ersetzen die bisherigen TED-Standardformulare und ermöglichen eine strukturierte, maschinenlesbare Erfassung aller Bekanntmachungsdaten.
Mehr erfahrenHauptangebot
Das Hauptangebot ist ein Angebot, das alle Vorgaben und Anforderungen der Vergabeunterlagen vollständig erfüllt. Es entspricht exakt der ausgeschriebenen Leistung und bildet die Grundlage für die Angebotswertung.
Mehr erfahrenNebenangebot
Ein Nebenangebot ist ein Angebot, das von den Vorgaben der Vergabeunterlagen abweicht und eine alternative Ausführungsvariante vorschlägt. Es ist nur zulässig, wenn der Auftraggeber Nebenangebote in der Auftragsbekanntmachung ausdrücklich erlaubt.
Mehr erfahrenGAEB
GAEB (Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen) ist der deutsche Standard für den elektronischen Datenaustausch bei Bauausschreibungen. GAEB-Dateien ermöglichen die strukturierte Übermittlung von Leistungsverzeichnissen, Angeboten und Abrechnungen zwischen Auftraggebern, Bietern und Planern.
Mehr erfahrenVergabeprozess
1 BegriffeVergaberecht
6 BegriffeEignungskriterien
Eignungskriterien sind die Mindestanforderungen, die ein Bieter erfüllen muss, um überhaupt an einem Vergabeverfahren teilnehmen zu können. Sie betreffen die Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Unternehmens.
Mehr erfahrenZuschlagskriterien
Zuschlagskriterien sind die Maßstäbe, anhand derer der öffentliche Auftraggeber das wirtschaftlichste Angebot ermittelt. Sie können neben dem Preis auch Qualität, Nachhaltigkeit und weitere Aspekte umfassen.
Mehr erfahrenSchwellenwerte
Schwellenwerte sind die vom EU-Gesetzgeber festgelegten Auftragswertgrenzen, ab deren Erreichen ein öffentlicher Auftrag europaweit ausgeschrieben werden muss. Sie werden alle zwei Jahre angepasst.
Mehr erfahrenVergabeverfahren
Vergabeverfahren sind die gesetzlich geregelten Prozesse, nach denen öffentliche Auftraggeber Aufträge für Bau-, Liefer- und Dienstleistungen vergeben. Je nach Auftragswert und Komplexität stehen verschiedene Verfahrensarten zur Verfügung.
Mehr erfahrenCPV-Code
CPV-Codes (Common Procurement Vocabulary) sind ein EU-weites, standardisiertes Klassifikationssystem für öffentliche Aufträge. Der achtstellige Zahlencode ermöglicht die einheitliche Beschreibung des Auftragsgegenstands in allen EU-Amtssprachen.
Mehr erfahrenBietergemeinschaft
Eine Bietergemeinschaft ist ein Zusammenschluss von zwei oder mehr rechtlich selbständigen Unternehmen, die sich zur gemeinsamen Teilnahme an einem Vergabeverfahren und zur gemeinsamen Ausführung eines öffentlichen Auftrags zusammenschließen.
Mehr erfahrenVergaberecht & Regelwerke
10 BegriffeVOB
Die VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) ist das zentrale Regelwerk für die Vergabe und Abwicklung öffentlicher Bauaufträge in Deutschland. Sie besteht aus drei Teilen: VOB/A (Vergabe), VOB/B (Vertragsbedingungen) und VOB/C (technische Vorschriften).
Mehr erfahrenUVgO
Die UVgO (Unterschwellenvergabeordnung) regelt die Vergabe öffentlicher Liefer- und Dienstleistungsaufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte. Sie ist das zentrale Regelwerk für nationale Vergabeverfahren und ersetzt seit 2017 die frühere VOL/A.
Mehr erfahrenVgV
Die VgV (Vergabeverordnung) regelt die Vergabe öffentlicher Liefer- und Dienstleistungsaufträge oberhalb der EU-Schwellenwerte. Sie konkretisiert das GWB und enthält besondere Vorschriften für freiberufliche Leistungen wie Architektur- und Ingenieurleistungen.
Mehr erfahrenVergaberecht
Das Vergaberecht ist die Gesamtheit der Rechtsnormen, die regeln, wie öffentliche Auftraggeber in Deutschland Waren, Dienst- und Bauleistungen beschaffen müssen. Es umfasst EU-Richtlinien, das GWB, die VgV, die UVgO und die VOB und gewährleistet Wettbewerb, Transparenz und Gleichbehandlung.
Mehr erfahrenFreiberufliche Leistungen
Freiberufliche Leistungen im Vergaberecht sind Leistungen, die im Rahmen einer freiberuflichen Tätigkeit erbracht werden, insbesondere Architektur-, Ingenieur-, Rechtsberatungs- und Gutachterleistungen. Ihre Vergabe unterliegt besonderen Regeln nach §§ 73 ff. VgV.
Mehr erfahrenGWB
Das GWB (Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen) ist das zentrale deutsche Wettbewerbsgesetz. Teil 4 (§§ 97-184) bildet die gesetzliche Grundlage des öffentlichen Vergaberechts und setzt die EU-Vergaberichtlinien in deutsches Recht um.
Mehr erfahrenVOL
Die VOL (Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen) war das zentrale Regelwerk für die Vergabe und Vertragsabwicklung öffentlicher Liefer- und Dienstleistungsaufträge. VOL/A wurde 2017 durch die UVgO ersetzt, VOL/B gilt weiterhin als Vertragsbedingung.
Mehr erfahrenVOF
Die VOF (Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen) war das spezielle Regelwerk für die Vergabe von Architektur-, Ingenieur- und Beratungsleistungen oberhalb der EU-Schwellenwerte. Sie wurde 2016 durch die VgV (§§ 73-80) ersetzt.
Mehr erfahrenKonzVGV
Die KonzVgV (Konzessionsvergabeverordnung) regelt die Vergabe von Bau- und Dienstleistungskonzessionen oberhalb des EU-Schwellenwerts von 5.538.000 Euro. Sie setzt die EU-Richtlinie 2014/23/EU in deutsches Recht um.
Mehr erfahrenSektVO
Die SektVO (Sektorenverordnung) regelt die Vergabe öffentlicher Aufträge durch Auftraggeber in den Sektoren Wasser, Energie, Verkehr und Post oberhalb der EU-Schwellenwerte. Sie gewährt diesen Auftraggebern flexiblere Verfahrensregeln als die VgV.
Mehr erfahrenVergabeverfahren
13 BegriffeAuftragsarten
Das Vergaberecht unterscheidet drei Auftragsarten: Bauaufträge, Lieferaufträge und Dienstleistungsaufträge (§ 103 GWB). Die korrekte Einordnung bestimmt, welche Vergabevorschriften gelten und welches Verfahren anzuwenden ist.
Mehr erfahrenAusschreibungsarten
Die Ausschreibungsarten (Vergabeverfahren) im deutschen Vergaberecht umfassen verschiedene Verfahrenstypen für die Vergabe öffentlicher Aufträge. Die Wahl des Verfahrens hängt von Auftragsart, Auftragswert und besonderen Umständen ab.
Mehr erfahrenOffenes Verfahren
Das offene Verfahren nach § 15 VgV ist das Standardverfahren für die Vergabe öffentlicher Aufträge oberhalb der EU-Schwellenwerte. Jedes interessierte Unternehmen kann ohne vorherige Eignungsprüfung ein Angebot einreichen, was maximalen Wettbewerb und höchste Transparenz gewährleistet.
Mehr erfahrenNicht offenes Verfahren
Das nicht offene Verfahren nach § 16 VgV ist ein zweistufiges Vergabeverfahren oberhalb der EU-Schwellenwerte. Zunächst wird in einem Teilnahmewettbewerb die Eignung der Bewerber geprüft, bevor mindestens fünf ausgewählte Unternehmen zur Angebotsabgabe aufgefordert werden.
Mehr erfahrenVerhandlungsverfahren
Das Verhandlungsverfahren nach § 17 VgV ermöglicht es dem öffentlichen Auftraggeber, mit Bietern über deren Angebote zu verhandeln. Es ist an besondere Voraussetzungen geknüpft (§ 14 VgV) und kann mit oder ohne vorgeschalteten Teilnahmewettbewerb durchgeführt werden.
Mehr erfahrenWettbewerblicher Dialog
Der wettbewerbliche Dialog nach § 18 VgV ist ein Vergabeverfahren für besonders komplexe Aufträge, bei denen der Auftraggeber seine Anforderungen nicht vorab definieren kann. In einer Dialogphase erarbeiten ausgewählte Teilnehmer Lösungsvorschläge, auf deren Basis dann endgültige Angebote eingereicht werden.
Mehr erfahrenInnovationspartnerschaft
Die Innovationspartnerschaft nach § 19 VgV ist ein Vergabeverfahren, bei dem Entwicklung und Beschaffung einer innovativen Lösung in einem einzigen Verfahren zusammengeführt werden. Sie kommt zum Einsatz, wenn die benötigte Leistung am Markt noch nicht verfügbar ist und erst entwickelt werden muss.
Mehr erfahrenDirektvergabe
Die Direktvergabe (auch Direktauftrag) ist die formloseste Art der öffentlichen Auftragsvergabe. Unterhalb bestimmter Wertgrenzen kann der Auftraggeber einen Auftrag direkt an ein Unternehmen vergeben, ohne ein förmliches Vergabeverfahren durchzuführen. Seit 2026 gelten erhöhte Wertgrenzen: 50.000 Euro netto für Bauleistungen und 15.000 Euro netto für Liefer-/Dienstleistungen auf Bundesebene.
Mehr erfahrenFreihändige Vergabe
Die freihändige Vergabe ist der historische Begriff für die formlose Vergabe öffentlicher Aufträge, bei der der Auftraggeber mit einem oder mehreren Unternehmen direkt verhandelt. In der UVgO wurde sie 2017 durch den Begriff Verhandlungsvergabe ersetzt, in der VOB/A wird der Begriff teilweise noch verwendet.
Mehr erfahrenBeschränkte Ausschreibung
Die beschränkte Ausschreibung ist ein Vergabeverfahren im Unterschwellenbereich, bei dem der Auftraggeber nur eine begrenzte Anzahl von Unternehmen zur Angebotsabgabe auffordert. Sie kann mit oder ohne vorgeschalteten Teilnahmewettbewerb durchgeführt werden und ist in der UVgO (§§ 10-11) und der VOB/A (§ 3) geregelt.
Mehr erfahrenEinstufiges Vergabeverfahren
Ein einstufiges Vergabeverfahren ist ein Verfahren, bei dem Unternehmen direkt ein Angebot einreichen können, ohne vorher einen Teilnahmewettbewerb durchlaufen zu müssen. Die Eignungsprüfung erfolgt erst nach Eingang der Angebote. Typische Beispiele sind das offene Verfahren, die öffentliche Ausschreibung und der Direktauftrag.
Mehr erfahrenZweistufiges Vergabeverfahren
Ein zweistufiges Vergabeverfahren gliedert sich in zwei Phasen: Zunächst wird in einem Teilnahmewettbewerb die Eignung der Bewerber geprüft, anschließend werden die ausgewählten Unternehmen zur Angebotsabgabe aufgefordert. Typische Beispiele sind das nicht offene Verfahren, das Verhandlungsverfahren und der wettbewerbliche Dialog.
Mehr erfahrenTeilnahmewettbewerb
Der Teilnahmewettbewerb ist die erste Stufe eines zweistufigen Vergabeverfahrens, in der Unternehmen ihre Eignung nachweisen und sich als Bewerber qualifizieren. Nur die ausgewählten Bewerber werden anschließend zur Angebotsabgabe aufgefordert.
Mehr erfahrenVertragsformen
1 BegriffeVergaberecht verstehen
Das Vergaberecht in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist komplex. VOB, VgV, UVgO, GWB – die Abkürzungen und Fachbegriffe können verwirrend sein. Unser Vergabe-Glossar erklärt alle wichtigen Begriffe verständlich und praxisnah.
Ob Sie zum ersten Mal an einer öffentlichen Ausschreibung teilnehmen oder Ihr Fachwissen vertiefen möchten – hier finden Sie Definitionen, Erklärungen und praktische Hinweise zu allen relevanten Begriffen der öffentlichen Beschaffung.
Rechtliche Grundlagen
- VOB: Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen
- VgV: Vergabeverordnung
- UVgO: Unterschwellenvergabeordnung
- GWB: Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen
Vergabeverfahren
- Offenes Verfahren: Alle können Angebote abgeben
- Beschränkte Ausschreibung: Mit Teilnahmewettbewerb
- Verhandlungsverfahren: Mit Verhandlungsmöglichkeit
- Direktvergabe: Unter Schwellenwerten
Häufige Fragen zum Vergabe-Glossar
Was ist der Unterschied zwischen VOB und VgV?
Die VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) gilt für Bauleistungen, während die VgV (Vergabeverordnung) für Liefer- und Dienstleistungsaufträge oberhalb der EU-Schwellenwerte angewendet wird.
Was bedeutet "unterhalb der Schwellenwerte"?
Aufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte werden nach nationalem Recht vergeben (z.B. UVgO). Die Verfahren sind oft weniger formalisiert als EU-weite Vergaben.
Gilt das Glossar auch für Österreich und die Schweiz?
Die Grundbegriffe sind ähnlich, aber Österreich und die Schweiz haben eigene Vergabegesetze (BVergG in Österreich, BöB in der Schweiz). Wir erklären die wichtigsten Unterschiede in den jeweiligen Begriffen.
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